Aufbau einer Datenmedizin zur Entlastung der ländlichen Gesundheitsversorgung

10. Februar 2020 | Kategorien: Allgemein, Partner/Kooperationen

Quelle: fokos.de – Am 30. Januar 2020 fand auf Einladung des Forschungskollegs (FoKoS) der Universität Siegen der erste Austausch von Konsortial- und Kooperationspartnern zum geplanten Förderantrag beim Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses statt. Das Plenum, bestehend aus niedergelassenen Fachärzten, Vertretern von Krankenkassen und Kooperationspartnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft besprachen, wie digitale Lösungen die Ärzteschaft länderübergreifend entlasten können durch digitale, innovative und intersektorale Versorgungsformen.

Das Konzept des Förderantrags basiert auf den Komponenten ärztliche Delegation, intersektoral initiierte Vitaldatenaufnahme und -transfer durch die Patienten, die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) für die Auswertung und intersektorale wie interprofessionelle Anwendung von Gesundheitsdaten sowie die gesundheitsökonomische Entwicklung von Evaluationskriterien zur Beurteilung von Entlastungserfolgen. „Unser Ziel ist es, Forschungsergebnisse in die Anwendung und letztendlich in die Regelversorgung zu bringen, indem Zugang zu digitalen Innovationen erleichtert und nötige Infrastrukturen und Anwendungskompetenzen entwickelt für die Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen werden“, erläuterte Dr. Olaf Gaus, Geschäftsführer des FoKoS, die Wertschöpfungsziele einer zukünftigen Datenmedizin, deren Grundlagen er eingangs modellhaft vorgestellt hatte.

„Das Modell lässt sich im Prinzip auf jede Praxis übertragen“, sagt der Haigerer Allgemeinmediziner Dr. Andreas Steiner. Damit sind Praxen auf dem Land wie auch in urbanen Zentren gemeint. Aufgrund des demographischen Wandels und des Phänomens der ärztlichen „Landflucht“ ist die Versorgung aber vor allem in ländlichen Regionen gefährdet. Der hier entstehende Handlungsdruck wirkt sich auf die Innovationsbereitschaft auf dem Land aus. „Die Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz, bei Lernalgorithmen oder bei intelligenten Devices können und wollen wir nicht aufhalten. Wir haben jetzt die Chance, exemplarisch zu zeigen, mit welchen Möglichkeiten die Versorgungsprobleme der Zukunft ein stückweit gelöst werden“, erklärte Prof. Dr. Rainer Brück, Inhaber der Professur für Medizinische Informatik und Mikrosystementwurf an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) der Universität Siegen, der in weiteren Funktionen als Prodekan und für Studium und Lehre der LWF sowie als stellvertretender Direktor des FoKoS zentral in das Antragsvorhaben eingebunden ist.

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