Verhandlungen über neue TI-Finanzierungs-Vereinbarung gescheitert

9. August 2019 | Kategorien: Allgemein

(Quelle: www.kbv.de) Die Krankenkassen wollen die Pauschale für den Konnektor zum Anschluss der Praxen an die Telematikinfrastruktur rückwirkend zum 1. Juli deutlich absenken. Die KBV lehnt das strikt ab; sie sieht stattdessen Anpassungsbedarf bei den Kartenterminals. Nunmehr muss das Schiedsamt über die neue Finanzierungsvereinbarung entscheiden.

Der GKV-Spitzenverband beruft sich bei seiner Forderung auf Preisrecherchen, wonach ein Konnektormodell deutlich günstiger erhältlich sei, als in den aktuellen Erstausstattungspauschalen abgebildet. Diese betragen derzeit 1.982 Euro, wobei 1.547 Euro für den Konnektor und 435 Euro für ein stationäres Kartenterminal vorgesehen sind.

Kriedel: Das ist nicht verhandelbar
Für KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel kommt eine rückwirkende Absenkung nicht in Frage. „Das ist für uns nicht verhandelbar“, betonte er und fügte hinzu: „Die Praxen brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Alle Ärzte und Psychotherapeuten, die bislang die TI-Ausstattung bestellt haben, müssen dafür auch die bisher gültigen Pauschalen erhalten.“

Billig-Konnektor einzeln nicht verfügbar
Der fragliche günstige Konnektor ist nach KBV-Recherchen für die Praxen gar nicht einzeln erhältlich. In den sogenannten Bundle-Angeboten macht sich die Preisdifferenz nicht bemerkbar.

Höhere Pauschalen für Kartenterminals
Dagegen sieht die KBV, dass die E-Health-Kartenterminals bisher in den Erstausstattungspauschalen zu niedrig bewertet sind, da die Marktpreise für diese Geräte deutlich höher liegen. Hier fordert sie nun eine Anhebung. Die KBV will die Finanzierungsvereinbarung frühestens zum 1. Januar 2020 ändern.

Die Finanzierung der Kartenterminals ist vor allem vor dem Hintergrund relevant, dass laut Industrie die Feldtests für die weiteren Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) Notfalldatenmanagement (NFDM) und elektronischer Medikationsplan (eMP) im vierten Quartal 2019 anlaufen sollen. Sowohl beim NFDM als auch beim eMP sind E-Health-Kartenterminals auch in den Behandlungsräumen notwendig.

Entscheidung Ende August erwartet
Das Schiedsamt wird nun Ende August über die TI-Finanzierung entscheiden. Es muss zudem festlegen, ab wann die Änderungen gelten sollen.

Nach dem E-Health-Gesetz sind die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die TI-Anbindung zu tragen. Bereits die erste geltende TI-Finanzierungsvereinbarung war 2017 unter Moderation des Schiedsamtes zustande gekommen. Damals waren noch keine TI-fähigen Komponenten auf dem Markt. Es wurde verabredet, die Vereinbarung anzupassen, sollten sich die Preise für die technischen Komponenten nicht so entwickeln wie angenommen. Dies war 2018 der Fall, als die Pauschalen für Konnektoren angehoben wurden.