Rainer Beckers und Günter van Aalst: Telemedizin erleichtert medizinische Versorgung auf dem Land

13. Juni 2019 | Kategorien: Allgemein

Quelle: focus.de – Die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten ist nicht so gut wie in der Stadt. Zudem fehlt auf dem Land der Ärztenachwuchs. Telemedizin kann hier unterstützen und die medizinische Versorgung zukunftsfähig zu gestalten. Denn mit telemedizinischen Anwendungen wird es besonders immobilen Patienten erleichtert, sich mit einem Mediziner bedarfsgerecht auszutauschen, zum Beispiel über die Videosprechstunde. Auch das Fernbehandlungsverbot wurde gelockert. Doch aktuell ist das Gesundheitswesen noch zu zergliedert. 

Günter van Aalst, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) und Vorsitzender des ZTG-Forums Telemedizin, meint: „Aus den vielen kleinen Netzwerken müssen größere telemedizinische Netzwerkstrukturen werden. Wir brauchen weniger Insellösungen, sondern müssen Strukturveränderungen auf den Weg bringen.“

ZTG-Geschäftsführer Rainer Beckers ergänzt: „Videosprechstunden wären technisch flächendeckend möglich, aber das war bisher abrechnungstechnisch schwierig. Allerdings wurden gerade Lockerungen aufgrund der jüngsten Gesetzesänderungen von Gesundheitsminister Spahn auf den Weg gebracht, so dass Ärzte auch eher bereit sein werden, das anzubieten.“ Denn bislang nutzen vor allem Großstädter die Videosprechstunde. Das soll sich ändern. Die Videosprechstunde eignet sich für alle Patienten, da sie es ermöglicht, ortsunabhängig den Behandlungsablauf oder die Medikamentengabe mit dem Hausarzt zu besprechen.

Telemedizin bringt jedoch noch weitere Vorteile: Patienten mit komplizierten Erkrankungen profitieren am meisten vom Austausch zwischen betreuenden Ärzten vor Ort und Spezialisten an Universitätskliniken. Rainer Beckers nennt daher als wichtigste Errungenschaft der Telemedizin: „Expertise ist überall wohnortunabhängig verfügbar.“ Und Günter van Aalst ergänzt: „Die Telemedizin kann den Arzt vor Ort fitter machen durch Expertise von außen.“

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