Netzwerk Innovationsfondsprojekte diskutiert Handlungsempfehlungen für die Verstetigung von Projekten

15. Mai 2019 | Kategorien: Allgemein

Nachdem Innovationsfondsprojekte eine positive Bewertung erhalten haben, soll ihnen mit einer Übergangsfinanzierung der Weg in das GKV-Versorgungssystem erleichtert werden, so Prof. Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, berichtete die Ärzte Zeitung online im April. Im Zuge der vorgesehenen Verlängerung des Innovationsfonds werde er direkt zu Beginn der neuen Förderperiode die Mehrheit der finanziellen Mittel für die Absicherung der zuvor positiv bewerteten Projekte verwenden.

Darüber hinaus sei geplant, das Verfahren zur Übernahme ins GKV-Versorgungssystem zu verkürzen. So soll gesetzlich geregelt werden, künftig auf weitere Methodenbewertungen durch das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen verzichten zu können. Werde ein Projekt in Selektivverträge übernommen, erfolge die Entscheidung durch die Kassen. Die Prüfung durch das Bundesversicherungsamt falle weg, so Hecken.

Diese Entwicklung begrüßt der DGTelemed-Vorstand als notwendigen ersten Schritt zur Verstetigung der Projekte. „Damit wird zunächst zeitlich Luft geschaffen“, so Günter van Aalst (stv. DGTelemed-Vorstandsvorsitzender). Zugleich mahnt er: „Hierdurch werden Gelder für erforderliche neue Projekte fehlen. Die Notwendigkeit einer zügigen gesetzlichen Lösung zur dauerhaften verpflichtenden, vertraglichen Implementierung dieser Modelle ist daher nach wie vor dringend. Ein Hoffen auf freiwillige Selektivverträge einzelner Kassen ist hier deutlich zu wenig. Die nachgewiesenen sinnhaften, strukturellen Veränderungen müssen allen Versicherten des Systems zugutekommen und dürfen kein Wettbewerbsfeld für einzelne Kassen werden.“

Die DGTelemed geht daher einen Schritt weiter: Mit ihrem „Netzwerk Innovationsfondsprojekte“ erarbeitet sie aktiv Handlungsempfehlungen für eine Weiterentwicklung des Innovationsfonds. Am 14. Mai 2019 kam das Netzwerk zum vierten Mal im ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin in Bochum zusammen. Unter dem Motto „Verstetigung der vom Innovationsfonds geförderten Projekte. Wie können die Projekte in das GKV-Versorgungsystem überführt werden?“ diskutierten die Mitglieder aktuelle Regelungen und neue Lösungswege mit dem Ziel, vielversprechenden telemedizinischen Projekten den derzeit hürdenreichen Weg in das GKV-Versorgungssystem zu erleichtern.

Grundlage für die Diskussion war ein von DGTelemed und dem ZTG-Forum Telemedizin Ende 2018 veröffentlichtes Positionspapier mit Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des Innovationsfonds (Download www.ztg-nrw.de/beratung). Der darin beschriebene Fokus auf Prozess- und Strukturqualität zur Förderung der vernetzten Zusammenarbeit der Sektoren und Professionen wurde von allen Beteiligten unterstützt. „Unser Ziel gilt der dauerhaften Verstetigung erfolgreicher Innovationsfondsprojekte. Damit das gelingen kann, muss die Politik die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Eine finanzielle Übergangslösung ist nur ein Teil des Weges“, so Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, DGTelemed-Vorstandsvorsitzender. Van Aalst ergänzte: „Wir engagieren uns im DGTelemed-Netzwerk Innovationsfondsprojekte, weil wir uns sputen müssen, damit erfolgreich evaluierte Projekte aus dem Innovationsfonds nach der Förderlaufzeit nicht in der Versenkung verschwinden, sondern allen Patienten zugutekommen.“

Rainer Beckers, ZTG-Geschäftsführer und DGTelemed-Vorstandsmitglied, folgerte: „Wenn wir telemedizinische Anwendungen in die Fläche bringen wollen, wird das A und O die Einführung angemessener Vergütungsregelegungen sein. Positiv evaluierte Projekte müssen den Übergang in die Regelversorgung finden, damit bereits aufgebaute technische, organisatorische und personelle Infrastrukturen zum Wohl des Patienten auch künftig weiter genutzt werden können.“