Ministerium legt fest: KBV gibt Standards für medizinische Inhalte der elektronischen Patientenakte vor

5. März 2019 | Kategorien: Allgemein

Quelle: aerztezeitung.de – Es ist entschieden: Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat beschlossen, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) alleinig die Standards für die medizinischen Inhalte der elektronischen Patientenakte (ePA) festlegt. Allerdings sollen Fachgesellschaften und Kliniken die Möglichkeit bekommen, mitzuentscheiden. Kritiker dieses Vorhabens hatten sich für ein Konsensgremium ausgesprochen. Wie das durch das kommende Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) festgelegt wird, ist noch unklar.

So ist derzeit geplant, dass durch die KBV innerhalb der ersten vier Wochen nach Inkrafttreten des TSVGs eine Verfahrensordnung für eine „Benehmensherstellung“ aufgestellt werden soll, welche in weiteren vier Wochen mit den Spitzenverbänden der gematik, der Bundespsychotherapeutenkammer, Pflegeverbänden, Fachgesellschaften, Industrieverbänden und dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) abgestimmt wird.  Dabei soll die gematik bei der Festlegung medizinischer Inhalte der KBV Fristen setzen können, um einen zeitlichen Rahmen zu haben, bis zu welchem die KBV spätestens das „Benehmen“ der oben aufgeführten Organisationen für den jeweiligen Standard berücksichtigt haben soll. Bei Nichteinhalten einer solchen Frist kann die gematik die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit der Herstellung des „Benehmens“ beauftragen. Die Festlegungen von KBV und DKG sind in diesem Falle gültig für alle beteiligten Parteien.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag.


Das auf Beschluss der 90. Konferenz der Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren für Gesundheit der Länder (GMK) gegründete „Forum Elektronische Patientenakten“ (ePA-Forum) hat sich die Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Einführung elektronischer Patientenakten sowie die bundesweite Koordination der verschiedenen Aktensysteme zum Ziel gesetzt. Es setzt sich aus einem breiten Spektrum an Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens zusammen, darunter telemedizinische Projekte, Vertreter von Kassen und Institutionen, der Industrie und Ärztenetzen sowie weitere Experten in beratender Funktion.

Im September 2018 wurde vom ePA-Forum ein Katalog mit Anforderungen an einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakten vorgestellt. Auf der Website des ePA-Forums finden Sie weitere Informationen zur Zielsetzung sowie Steckbriefe der derzeit 19 Projekte und Lösungen aus dem ePA-Forum.