Anbindung von Arztpraxen an Telematikinfrastruktur auch zum 30. Juni 2019 nicht machbar?

7. März 2019 | Kategorien: Allgemein

Quelle: aerzteblatt.de – Rechercheergebnisse des Deutschen Ärzteblattes haben ergeben, dass es einmal mehr eng werden könnte mit dem Einhalten der Frist zur Anbindung von Vertragsarzt- und Psychotherapeutenpraxen an die Telematikinfrastruktur (TI) bis zum 30. Juni dieses Jahres. Dabei wurde die Frist bereits mehrfach aufgrund von Liefer- und Anbieterschwierigkeiten bei den Konnektoren verschoben. Welche Schwierigkeiten liegen aktuell vor?

Laut Angaben der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) wurden schätzungsweise bereits rund 50.000 Praxen an die TI angebunden. Für die Praxen drängt die Zeit: Sie müssen bis zum 31. März 2019 die erforderliche Technik bestellt und bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nachgewiesen haben. Ab dem 1. Juli, so die Regelung der Bundesregierung, müssen sämtliche Praxen dann das Versichertenstamm-datenmanagement aktiv führen.

Vertreter der Industrie zeigen sich zuversichtlich: „Wer bis Ende März bestellt, dem garantieren wir den Anschluss bis zum 30. Juni, wenn die Praxis den genannten Installationstermin annimmt“, so Rainer Knirsch, Pressesprecher von Telekom-Tochter T-Systems. Knirsch schätzt jedoch, dass etwa ein Drittel des Marktes die Anbindung an die TI noch umgehen und im Zweifel sogar die anfallenden Sanktionen auf sich nehmen werde.

Laut der Arztsoftware GmBH medatixx haben bereits 70 Prozent der Kunden die erforderliche Technik bestellt. Medatixx hatte rechtzeitig per E-Mail darauf aufmerksam gemacht. Auch andere Unternehmen sind so vorgegangen und haben Erinnerungsmailings an ihre Kunden verschickt. Dennoch zeichnet sich bislang eine absehbare Flut an verspäteten Bestell-Nachzüglern ab.

Der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) liegen bereits mehrere Meldungen vor, die eine fristgerechte Anbindung an die TI ausschließen. „Wir werden diese Entwicklung beobachten“, so KBV-Vorstand Thomas Kriedel. „Sollte sich abzeichnen, dass dies keine Einzelfälle sind und die Industrie Probleme hat, die Praxen bis Ende des zweiten Quartals anzuschließen, werden wir uns für eine erneute Fristverlängerung stark machen“, betonte er.

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