AdAM schafft Sicherheit für Polypharmazie-Patienten

8. August 2018 | Kategorien: Allgemein, Pressemitteilungen

FotografiaBasica / Getty Images / iStock

(Quelle: www.aerztezeitung.de) Mit dem vom Innovationsfonds geförderten Projekt AdAM ist es möglich, bei Mehrfachverordnungen von Arzneien systematisch Interaktionen und Nebenwirkungen zu erkennen. 650 Hausärzte in Westfalen-Lippe machen bereits mit.

BERLIN. Mit AdAM, der Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management, erhalten Hausärzte in der KV Westfalen-Lippe derzeit ein neues Werkzeug, um unerwünschte Wechselwirkungen bei Multimedikation aufzuspüren und damit die Therapiesicherheit zu verbessern.

Das gemeinsam mit der Barmer getragene Projekt wird mit 16 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses finanziert.

Ziel ist es, dass das Modell nach erfolgreicher Evaluation als Bestandteil des von der Bundesregierung ins Leben gerufenen Programms zur Verbesserung der Arzneimittel-Therapiesicherheit in die Regelversorgung übernommen wird.

Derzeit nehmen, wie Professor Daniel Grand von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts in Berlin sagte, 650 Hausärzte in der KV Westfalen-Lippe teil, das Ziel liegt bei 1000. Sie sind es, die Patienten, die mehrere Arzneimittel gleichzeitig erhalten, in das Projekt einschreiben – mit deren Einwilligung.

Im Gegenzug erhalten die Hausärzte, basierend auf der Datenbank aller bei der Barmer patientenindividuell abgerechneten Arzneirezepte, und zwar auch die der mitbehandelnden Fachärzte, eine systematische Information über das gesamte Arzneimenü sowie die möglichen unerwünschten Interaktionen.

Dabei sind auch Hinweise auf mögliche Risikokombinationen mit Selbstmedikationspräparaten enthalten. KV und Barmer haben Schulungsprogramme für teilnehmende Ärzte entwickelt und leisten Unterstützung bei der Einrichtung der Praxis-EDV.

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag.


Hintergrundinformationen

Der Innovationsfonds unterstützt maßgeblich die Förderung innovativer Versorgungsprojekte und der Versorgungsforschung und setzt Impulse für die Weiterentwicklung der Versorgung von Versicherten und Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung. Insgesamt werden aktuell 81 Projekte gefördert, die neue Versorgungsformen anstreben (Fördersumme: 423,4 Millionen Euro). Dazu kommen 116 Projekte zur Versorgungsforschung einschließlich der Evaluation von Selektivverträgen (knapp 140 Millionen Euro Fördergelder).

Das von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) gegründete „Netzwerk Innovationsfondsprojekte“, in dem sich auch die ZTG GmbH engagiert, hat aktuell Empfehlungen für den Innovationsfonds nach 2020 erarbeitet. Eine wichtige Rolle könnte hierbei z. B. ein verstärkter Fokus auf Prozess- und Strukturqualität spielen, um die vernetzte Zusammenarbeit der Sektoren und Professionen zu fördern und damit die intersektorale und berufsgruppenübergreifende Versorgung weiter voranzutreiben.