Netzwerk Innovationsfondsprojekte erarbeitet Vorschläge für den Innovationsfonds nach 2020

13. März 2018 | Kategorien: Allgemein, Partner/Kooperationen, Projekt-News

Am 12.03.2018 kamen die Mitglieder des durch die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) gegründeten Netzwerks Innovationsfondsprojekte zu ihrem mittlerweile dritten Treffen im ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin in Bochum zusammen. Mit „LeIKD – Lebensstil-Intervention bei Koronarer Herzkrankheit und Diabetes“ aus München und „INVEST Billstedt/Horn“ aus Hamburg stellten sich gleich zwei neue Projekte dem Netzwerk vor. Weitere teilnehmende Projekte waren NTx 360° (per Videokonferenz) und TELnet@NRW. Zu letzterem fand am 7. März der erste TELnet@NRW-Kongress in Münster statt (Rückblick hier).

Neben der Präsentation der neuen Projekte war die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens Thema des Netzwerktreffens. Aktuelle Entwicklungen machen eine Neuformierung bestehender Strukturen unerlässlich. Eine wachsende ältere Bevölkerung und die damit einhergehende Multimorbidität führen zu einem gesteigerten Bedarf an differenzierten, spezialisierten Behandlungsmaßnahmen. Eine erhöhte Nachfrage nach Fachpersonal ist bereits heute spürbar und kann insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Gebieten zum Teil nicht mehr befriedigt werden. Diesen Herausforderungen kann nur begegnet werden, indem die starke Zergliederung der Gesundheitsversorgung in ein kooperatives Miteinander und ein Denken in gemeinsamen Prozessen umgekehrt wird. Dem Einsatz telemedizinischer Anwendungen kommt dabei hinsichtlich des Vernetzungsgedankens aller beteiligten Akteure und Institutionen eine zentrale Bedeutung zu.

Doch noch immer erschweren unklare Prozesse und Strukturen (z. B. Vergütungsregelungen, Verfahrensordnung des G-BA zum Nutzennachweis) innovativen Telemedizinprojekten den Weg in die Regelversorgung. Das Netzwerk Innovationsfondsprojekte beschäftigt sich deshalb mit dieser Problematik und diskutiert mögliche Handlungsempfehlungen, vor allem mit dem Ziel die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Sektoren zu fördern, um auch in Zukunft flächendeckend eine zuverlässige, qualitätsgesicherte Versorgung bereitstellen zu können. So wurden während der Sitzung Vorschläge und Empfehlungen für eine Weiterentwicklung des Innovationsfonds nach 2020 gesammelt. Eine wichtige Rolle könnte hierbei z. B. ein verstärkter Fokus auf Prozess- und Strukturqualität spielen, um die vernetzte Zusammenarbeit der Sektoren und Professionen zu fördern und damit die intersektorale und berufsgruppenübergreifende Versorgung weiter voranzutreiben.