Deutscher Ethikrat fordert neuen Umgang mit Gesundheitsdaten

5. Dezember 2017 | Kategorien: Allgemein

Quelle: ethikrat.org – Im Gesundheitsbereich fallen mit zunehmender Digitalisierung immer größere Mengen mit persönlichen Patientendaten an. Dies bietet einerseits eine schnellere Informationsgewinnung und Vernetzung, andererseits eine Intransparenz von Datengewinnung und -verarbeitung. Der Deutsche Ethikrat fordert nun in seiner Stellungnahme „Big Data und Gesundheit – Datensouveränität als informationelle Freiheitsgestaltung“ einen besseren Umgang mit diesen sensiblen Daten. Dabei nimmt vor allem die volle Datenkontrolle von Anwendern bzw. Patienten eine wichtige Rolle ein. So sollen diese ihre Einwilligung für das Sammeln und Verwenden ihrer Daten geben können, um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung wahrzunehmen.

„Den neuen Herausforderungen kann derzeit nur unzureichend begegnet werden. Die klassischen Datenschutz­mechanismen erweisen sich als nicht mehr ausreichend oder sogar als dysfunktional“, so Ethikratsvorsitzender Peter Dabrock. Der Deutsche Ethikrat sieht daher „einen Rechtsrahmen, der die hinreichende Sicherheit und Zuverlässigkeit der neuen und sich mit großer Geschwindigkeit weiterentwickelnden Anwendungen gewährleistet, gleichzeitig aber auch diesen und den sich aus ihnen ergebenden Chancen hinreichend Raum zur Entfaltung bietet“, als notwendig für ein zukunftssicheres, stabiles Big Data Management im Gesundheitsbereich.

Zur Stellungnahme

Die ZTG GmbH engagiert sich ebenfalls für Datenschutz im digitalen Gesundheitswesen und hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Datenschutz und IT-Sicherheit im Gesundheitswesen“ (GMDS-AG DIG) der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS) einen Leitfaden für die Erstellung von Datenschutzkonzepten im Gesundheitswesen erarbeitet. Dieser steht als kostenfreier Download zur Verfügung und ist ein wichtiges Werkzeug bei der Realisierung nachhaltiger Projekte.