Bundesministerium für Gesundheit plant Einführung der elektronischen Patientenakte bis 2021

9. Oktober 2017 | Kategorien: Allgemein, Partner/Kooperationen, Veranstaltungen

Quelle: aerztezeitung.de – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will es bis Ende 2021 jedem gesetzlich Versicherten ermöglicht haben, über eine elektronische Patientenakte (ePA) zu verfügen. Dies gab Oliver Schenk, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik und Telematik des BMG, am 4. Oktober 2017 während des „Diskussionsforums Digitalisierung“, zu dem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) geladen hatte, bekannt.

Obwohl die ePA bereits seit zehn Jahren im Sozialgesetzbuch verankert ist, ist ein Frotschritt, diese im Versorgungsalltag zu implementieren, noch ausbaufähig. Doch mit der neuen Legislaturperiode will das BMG die Einführung und Anwendung der ePA fördern. Schenk sprach von einer Fortschreibung des E-Health-Gesetzes. Dadurch soll es den Versicherten ermöglicht werden, selbst zu entscheiden, welche Daten zugänglich sein werden. Außerdem werde „die Finanzierung von Bereitstellung, Pflege und technische Vorhaltung geklärt werden“. Schenk fordert zudem eine stärkere Thematisierung der Themen Datenschutz und Finanzierung.

Geplant ist, dass sowohl die Selbstverwaltung als auch die Industrie bis Ende 2018 die Voraussetzungen für die Anwendung der ePA, und im Zuge dessen das avisierte Patientenfach, geschaffen haben werden. Daraufhin kann schließlich die Entwicklung von elektronischen Patientenakten mit Basisdaten erfolgen.

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Auch beim 2. Deutschen Interoperabilitätstag (DIT) am 18. Oktober 2017 wird die elektronische Patientenakte ein wichtiges Thema sein. In Zusammenarbeit mit dem bvitg e.V. laden die ZTG GmbH, HL7 Deutschland und IHE-Deutschland führende Persönlichkeiten aus Politik und Selbstverwaltung, Anwender im Gesundheitswesen sowie Vertreter der Industrie dazu ein, über ihre Ansätze zur Schaffung von Interoperabilität im Gesundheitswesen zu diskutieren.