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Herausforderung Notrettung: Wo kann Telemedizin ansetzen?


Die nachstehende Abbildung veranschaulicht die komplexen Kommunikationsbeziehungen und den hohen Bedarf von Informationen an unterschiedlichen Orten bei einem Rettungseinsatz.

Schaubild vernetzter RettungsdienstZoom (94KB)

Wissenslogistik: Vor Ort sicher entscheiden

Patientendaten automatisiert abfragen

Die freiwillige Dokumentation auf der eGK ermöglicht zukünftig dem Rettungssanitäter oder Notarzt in sekundenschnelle Zugriff auf Notfalldaten (Vorerkrankungen, individuelle Risiken oder Arzneimittelunverträglichkeiten [§291a SGB V Abs. 3 Satz 1 Nr.1-6]).

Telekonsultation „Second opinion“

Zur Sicherung oder Steigerung der Qualität der medizinischen Versorgung vor Ort wird die Meinung eines entfernten Spezialisten eingeholt. Die sofortige Übertragung von Vitalparametern oder von Bildern verletzter Körperregionen ermöglicht eine zusätzliche, externe Beurteilung der Notfallsituation. Vorteile:

  • Experten-Rat zur Stabilisierung, für weitere Sofort-Maßnahmen sowie während des Transports.
  • Absicherung weiterer Entscheidungen bezüglich des Transports (z.B. Zeitpunkt? Transportfähigkeit? Abschätzung von Transportrisiken?).

Informationslogistik: Ortsunabhängig Informationen erhalten und weitergeben

Telemedizin ermöglicht einen insgesamt besseren Informationsfluss in der Rettungskette. Durch die Möglichkeit, direkt und unmittelbar passgenaue Daten elektronisch weiterzugeben, kann eine engere Verzahnung aller am Prozess beteiligten Personen gewährleistet werden. Darauf basierend kann eine effizientere Koordination der geeigneten medizinischen Maßnahmen als auch der einsatzstrategischen Planung erfolgen.

Optimale Koordination und Timing in der Weiterversorgung

  • Die frühzeitige, sichere Bestimmung spezieller Anforderungen an die Weiterbehandlung geht Hand in Hand mit der Auswahl des geeigneten Transportmittels sowie der Zielklinik. Die Beurteilung der Erreichbarkeit (Entfernung, aktuelle Kapazität, Verfügbarkeit des Spezialisten) wird mit Hilfe eines telematisch gestützten Informationssystems unterwegs in Echtzeit möglich.
  • Kontaktaufnahme zwischen Bodenrettung und Hubschrauber-Team: Schon in der Luft kann sich der Arzt ein realistisches Bild vom Zustand seines Patienten machen.
  • Die ausgewählte Zielklinik ist umfassend informiert bevor der Patient eintrifft, die Maßnahmen für eine nahtlose Weiterbehandlung (z.B. Beatmung) wurden eingeleitet.

Komfortable elektronische Dokumentation

Dank einer mobilen elektronischen Verwaltung der Patientendaten kann der genaue Zustand des Patienten kontinuierlich in Echtzeit weitergegeben werden („Intensivmonitoring“). Möglicherweise relevante Zusammenhänge wie z.B. Unfallmechanismus und Verletzungsmuster werden über ein Informationssystem erfasst und erlauben die saubere Dokumentation für die Klinik.
Besonders komfortabel ist, dass für die Weiterbehandlung relevante Daten über Kommunikationsschnittstellen sofort verfügbar gemacht werden können. Eine weitere händische Datenverwaltung entfällt, was Zeitaufwand und Fehleranfälligkeit reduziert. Zukünftig kann über die eGK des Patienten eine automatisierte Übernahme der Versichertenstammdaten erfolgen.


 :: letzte Änderung: 22.01.2009