Am 15. Januar kamen über 30 eHealth-Interessierte und E-Health-Experten in Berlin im BMC Bundesverband Managed Care e.V. zusammen, um Vernetzungsstrategien wie Vernetzungen in Medizinischen Versorgungszentren, virtuellen Kliniken, telemedizinischen Behandlungsstratgien und Finanzierungs- und Akzeptanzfragen im Bereich eVernetzung zu diskutieren. Nachdem Prof. Dr. Amelung, Vorstandsvorsitzender des BMC, den Workshop mit einem Geleitwort eröffnete, führte Dr. Dominik Deimel (com2health) durch ein diskussionenreiches Programm. Der inhaltliche Konsens kristallisierte sich schon bald:
Die Entwicklung sinnvoller Geschäftsmodelle zu Vernetzungskonzepten im Gesundheitswesen ist unerlässlich. Die Akzeptanz der Technologien muss bei den niedergelassenen Ärzten gefunden werden. Erst wenn Geschäftsmodelle existierten und Akzeptanzen geschaffen seien, sollte eVernetzung intensiv weiterentwickelt werden. Dabei ist die Begeisterung der Patienten zu eVernetzungstechniken in der Versorgung, insbesondere auch zur Telemedizin, laut Erfahrungen von Klaus Juffernbruch (Cisco) bereits häufig vorhanden. "Die Patienten finden es oft toll, die Technologien zu sehen und über Kopfhörer die Auskultation zu verfolgen oder bspw. selbst die medizinischen Bilder, die sonst nur der Arzt sieht, auf einem Monitor zu sehen." Dennoch sei es laut Dirk Russ (PHTS Telemedizin) wichtig, die Patienten, die telemedizinisch betreut werden, sinnvoll auszuwählen. So berichtet Russ, dass Multimorbiditäten bei Diabetes Mellitus Patienten häufig große Herausforderungen an eine telemedizinische Behandlung stellen. Gleichzeitig zum Diabetes Mellitus sind häufig kardiologische Erkrankungen vorhanden, sowie Risken für Schlaganfälle indiziert. Da müsse laut Russ genau abgewogen werden, welche Betreuung bei dem einzelnen Patienten sinnvoll und am wichtigsten sei.
Medizinische Versorgungszentren stellen ein neues Anwendungsgebiet elektronischer Vernetzungsstrategien dar. Insbesondere elektronische Gesundheitsakten können in diesem Zusammenhang sehr sinnvoll sein. Verschiedene Fachärzte erhalten im Einververständnisfall des Patienten Zugriff auf den Behandlungsverlauf. Dr. Felix Cornelius von POLIKUM stellte heraus, dass die elektronische Vernetzung und damit die Offenlegung der gewählten Behandlung gegenüber ärztlichen Kollegen, auch eine Qualitätssteigerung der Behandlung zur Folge haben könne.
Der Trend zu medizinischen Versorgungszentren wurde im Rahmen des Workshops kontrovers diskutiert. Insbesondere Heiner Vogelsang von der Techniker Krankenkasse forderte ein durchdachtes und qualitativ hochwertiges Vorgehen bei der Umsetzung der elektronischen Vernetzung. Die Techniker Krankenkasse läge insbesondere besonderen Wert auf die "Patienten-Adherence", also auf die Eigenkompetenz der Patienten im Umgang mit ihrer Krankheit. Die TK zielte daher nicht nur auf die Nutzung von eVernetzungstechnologien zur Spitzenversorgung der Patienten, sondern auch auf die Aufklärung und das Training der Patienten im Umgang mit Ihrer Erkrankung und im Dialog mit dem behandelnden Arzt.
Dorothy Mehnert von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Referat Krankenhaus, betonte die Wichtigkeit von Standards in der eVernetzung. Insellösungen seien demnach zu vermeiden und stellten einen Trend dar, den eHealth-Experten und die KBV lange beobachteten. Russ forderte das Publikum auf, sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass von heute auf morgen eine standardisierte Vernetzung aufzubauen sei. Ein schrittweises Vorgehen bei dem auch lokale Lösungen akzeptiert würden, führe letztendlich zum Ziel.
Mehnert überraschte das Publikum durch eine Vernetzungsstrategien betreffende positive Ausrichtung der KBV, die sie am Beispiel des KVsafenets verdeutlichen konnte.
Das Publikum forderte in den Diskussionen den intensiveren Dialog zu eVernetzungsstrategien im allgemeinen, auch unabhängig von telemedizinischen Entwicklungen. Insbesondere wurde gefordert, dass Akteure Farbe bekennen müssten und auch erfolglose Geschäftsmodelle aufzeigten. Nur im gemeinsamen Dialog und aus Erfahrungen könne das gewaltige Projekt der flächendeckenden eVernetzung im Gesundheitswesen angegangen werden. Das ZTG und der BMC sieht sich an dieser Stelle gefordert und wird diesen Dialog im Rahmen eines hochwertigen und neutralen Veranstaltungsangebots erneut aufgreifen.
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15. Januar 2009
11.00 - 16.00 Uhr
:: BMC e. V. Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
wirft man einen Blick auf den Gesundheitsmarkt und besonders auf die neu entstehenden Kooperationsmodelle, entdeckt man schnell erste Vernetzungsansätze der unterschiedlichen Leistungserbringer. Die elektronische Vernetzung gewinnt dabei nicht nur an Bedeutung zwischen den Leistungsanbietern untereinander (Arztpraxis to Arztpraxis, Klinik to Klinik und Arztpraxis to Klinik), sondern auch über diese Sektoren hinaus: Die Vernetzung zu den Kassenärztlichen Vereinigungen und auch die Nutzung von Vernetzungstechnologien an sich für eine effiziente und bessere Versorgung gewinnen ebenso immer mehr an Relevanz, insbesondere auch in der sektorenübergreifenden Kommunikation.
In diesem Workshop sollen ausgewählte Akteure, die erfolgreiche Vernetzungsbeispiele anbieten, den Workshopteilnehmern von ihren Erfahrungen und Plänen in der Zukunft berichten.
Mit freundlichen Grüßen
Carsten Michels (BMC) und Dr. Jennifer Meyer (ZTG)
Moderation
Dr. Volker Amelung
Vorstandsvorsitzender Berufsverband Managed Care e. V.
Bundesverband Manged Care e.V.,
Friedrichstr. 136,
10117 Berlin
Anreise und Unterkunft werden von den Teilnehmern selbst getragen und organisiert.