Auch im vierten Jahr ihres Bestehens konnte die IT-Trends Medizin / Health Telematics erfolgreich über Informationstechnologien in der Gesundheitswirtschaft informieren. Zahlreiche Vertreter aus dem Gesundheitswesen standen dazu einem breit gefächerten Publikum Rede und Antwort. Mit rund 650 Teilnehmern, Ausstellern und Referenten blicken die Veranstalter, das Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen, die EWG Essener Wirtschaftsförderung und die Messe Essen, auf den bislang erfolgreichsten Fachkongress zurück.
Ergänzend zu dem vielseitigen Vortragsprogramm (Vorträge zum Download finden Sie unten auf der Seite) mit Fachkongress, Fachforen und Workshops bot sich in der Begleitausstellung ein attraktives Angebot für die Besucher. Neben der Vorstellung von Produkten und Unternehmen gab es unterschiedliche Live-Demonstrationen. Zu Gast war u.a. die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik). Sie stellte in ihrer Musterumgebung Komponenten und Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte vor. Darüber hinaus konnten sich die Besucher am Stand von Fachhochschule Dortmund und ZTG GmbH die Live-Demonstration einer einrichtungsübergreifenden elektronischen Dokumentenakte - einen Meilenstein aus dem Projekt EPA.nrw - ansehen.
Die ZTG selbst präsentierte erste Demonstratoren der Online-Anwendungen von Telemedizin24.de, der Plattform für Telematikdienste in Medizin und Pflege. Gezeigt wurde ein Demonstrator der„Strukturierungskomponente“, mit der Arztbriefe in Ergänzung zur Papierversion direkt aus der eigenen Praxis-EDV heraus elektronisch an ärztliche Kollegen versendet werden können. Für den elektronischen Versand von Röntgenaufnahmen oder anderer Bildbefunde stand der Demonstrator für den Service „Bildkommunikation“ bereit.
3. September – Krankenhäuser machen sich fit für die „elektronische Zukunft“
Hochkarätige Vorträge zur Zukunft des Gesundheitswesens und praktischen Tipps für den Einsatz von Informationstechnologien im Krankenhaus – so breit gefächert war das Themenspektrum des Kongresses. Zahlreiche Experten aus dem Gesundheitswesen offerierten eigene Erfahrungen und Einschätzungen:
Mathias Redders, Leiter des Referats Telematik im Gesundheitswesen im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, verwies gleich zu Beginn der Veranstaltung auf das erhebliche Potenzial, das der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien für das Gesundheitswesen bietet. Er betonte, dass die IT-Trends Medizin / Health Telematics als Update der Telematik-Projekte in Nordrhein-Westfalen, wenn nicht sogar bundesweit, verstanden werden kann. Der Aufbau einer Telematik-Infrastruktur sei eine der größten Herausforderungen für das Gesundheitswesen in Deutschland, bei der Transparenz und Aufklärung die entscheidende Rolle spielen. Insbesondere dürfe bei dem rasanten Fortschritt und Aufbau die Schulung aller Beteiligten nicht vergessen werden. Die IT-Trends Medizin/ Health Telematics, so Redders, sei ein Beitrag dazu.
Der Gesundheitsökonom Professor Bert Rürup schloss sich diesen Äußerungen an. Er sprach sich für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte aus. Nur auf diese Weise sei eine Verbesserung der medizinischen Versorgung möglich. Mit ihr verbunden sei eine Effizienzsteigerung, nicht aber zwangsläufig die Möglichkeit, Kosten zu reduzieren. Zwar werde das Gesundheitssystem durch den Einsatz der Telematik effizienter, so Rürup, gesünder werde die Bevölkerung dadurch allerdings nicht. Das deutsche Gesundheitssystem sei nicht marode, vielmehr biete es durchgängig gute ambulante und stationäre Versorgung. Zu den Defekten gehöre aber u.a. mangelnde Transparenz.
Bereichsleiter des ZTG, Rainer Beckers stellte in der Telemedizin-Session am ersten Kongresstag unter der Überschrift „Telemedizin24.de und Co.: die Aktion Telemedizin für NRW“ die Arbeitsgruppe Telemedizin NRW sowie die Telemedizinplattform telemedizin24.de des ZTG vor.
Besonderes Interesse am ersten Kongresstag weckten die beiden Workshops der Krankenhausgesellschaft NRW, die sich dem anstehenden Basis-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte und der Rolle von IT für die Zukunft der Krankenhäuser widmeten. ZTG-Geschäftsführer Jürgen Sembritzki berichtete hier in seinem Vortrag über „Entwicklungsperspektiven der Telematik bis 2020 aus Expertensicht“.
4. September - Übergreifend kommunizieren
Am zweiten Tag der IT-Trends standen die elektronische Gesundheitskarte sowie einrichtungsübergreifende Akten im Fokus des Fachkongresses. Den Auftakt bildete eine Vortragssession zum Status Quo der elektronischen Gesundheitskarte. Stimmen aus Politik, Industrie und Selbstverwaltung beleuchteten die unterschiedlichsten Aspekte.
Dr. Stefan Bales vom Bundesgesundheitsministerium ging auf die kritischen Stimmen zur eGK ein. Forderungen nach USB-Sticks oder der Abschaffung der PIN-Eingabe durch die Patienten bei den freiwilligen Anwendungen der eGK ließen sich nicht mit den hohen Anforderungen an die Datensicherheit vereinbaren, so Bales.
Peter Bonerz, Geschäftsführer der gematik mbH, gab einen Überblick zur aktuellen Lage. Er sei zuversichtlich, dass der Basis-Rollout in Nordrhein im Zeitplan bleibe. Aus den Testregionen berichtete er, dass die Fehlerquote der eGK gegenüber dem letzten Sachstandsbericht weiter gesenkt werden konnte. Hinzu käme eine steigende Akzeptanz und Zufriedenheit mit den neuen Arbeitsabläufen, welche eine noch nicht veröffentlichte Befragung unter den Ärzten und Apothekern gezeigt habe.
Der Telematik-Experte der Bundesärztekammer, Dr. Franz-Joseph Bartmann, berichtete zunächst über den letzten Ärztetag. Dieses „Happening der Kartengegner“ führte zur Entwicklung eines Forderungskatalogs seitens der Ärzteschaft, welcher einen kritischen Dialog mit dem Gesundheitsministerium ermöglichte, so Bartmann. Man erzielte letztlich ein hohes Maß an Übereinstimmung. Bartmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Akzeptanz der eGK unter den Ärzten steigen wird, wenn viele der im Forderungskatalog genannten Bedingungen erfüllt würden und ein individueller Nutzen für sie erkennbar ist. Abschließend äußerte sich Bartmann zur aktuellen Datenschutzdebatte. Seiner Meinung nach ist die Gesundheitskarte ein Verschlüsselungsinstrument „par excellence“.
Im Anschluss hieran berichtete Ulf Göres vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen über deren Maßnahmen zur Förderung der Nutzerakzeptanz bei der Einführung der eGK. Er führte an, dass die Akzeptanz der Nutzer letztlich durch die Medien gebildet werde und hier weiterhin ein hoher Informationsbedarf bestehe. Hierauf reagieren die BKKen mit einer eigenen Kampagne. Mit Hilfe von Support-Hotlines, Websites und Infoflyern sollen die eigenen 14 Millionen Versicherten aufgeklärt werden.
Am Nachmittag wurden die einrichtungsübergreifenden Akten näher betrachtet. Hier standen lokale, regionale und nationale zukunftsweisende Projekte auf dem Vortragsplan. ZTG-Geschäftsführer Jürgen Sembritzki moderierte die Session, die einen Überblick über verschiedene einrichtungsübergreifende Aktenprojekte, allen voran EPA.nrw, gab.
Hier finden Sie Fotos der Veranstaltung.
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03.-04. September 2008
:: Congress Center Ost der Messe Essen
4. Fachkongress für Informationstechnologien in der Gesundheitswirtschaft
Die IT-Trends Medizin / Health Telematics ist in 2007 mit über 500 Fachbesuchern erneut sehr erfolgreich verlaufen. Der führende IT-Fachkongress für die Gesundheitswirtschaft in NRW wird in 2008 bereits zum vierten Mal veranstaltet.
Der Kongress mit seinen abwechslungsreichen Vortrags- und Diskussionsforen ist das „Herzstück“ der zweitägigen Veranstaltung. Beginnend mit der hochkarätig besetzten Key Note Session zur Kongresseröffnung über Überblicksvorträge zu aktuellen Branchenthemen bis hin zur detaillierten Auseinandersetzung mit technologischen Fragestellungen spannt der Kongress einen weiten Bogen. Referenten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft berichten gemeinsam mit Experten aus Gesundheitswirtschaft und Gesundheitswesen über Zukunftstrends, politische Weichenstellungen und praktische Umsetzungen.
In 2008 werden neben den thematischen „Dauerbrennern“ elektronische Gesundheitskarte und Patientenakten unter anderem Themen wie Mobile Computing und Telemedizin auf der Agenda der IT-Trends Medizin / Health Telematics stehen.
In Abstimmung mit der Programmkommission wird die Agenda des Kongresses durch die EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH und das ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen gestaltet.
Im zweiten Jahr beteiligt sich die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) e. V. mit ihren Arbeitsgruppen an der Veranstaltung.
Fachforum I: IT-Unterstützung im strategischen Medizincontrolling
Das Medizincontrolling hat sich als unerlässlicher Teil des Managements von Krankenhäusern etabliert. Zunehmend wird es in die strategische Steuerung eingebunden. Hierbei sind neue Formen der IT-Unterstützung unerlässlich, gleichzeitig gilt es, die operativen Aufgaben noch effizienter als bisher zu bearbeiten. Die Stabsstelle Medizincontrolling und Qualitätsmanagement des Universitätsklinikums Essen und die Arbeitsgruppe Medizincontrolling der GMDS gestalten das Fachforum mit weiteren Partnern.
Fachforum II: IT-unterstütztes Prozessmanagement in der Pflege
Zum zweiten Mal wird ein Fachforum im Bereich der Pflegetelematik gemeinsam von der Pflegedirektion des Universitätsklinikums Essen und der Arbeitsgruppe Informationsverarbeitung in der Pflege der GMDS ausgerichtet. 2008 konzentriert sich das Forum auf die Steuerung der Abläufe mit Unterstützung durch Informations- und Kommunikationstechnologien. Hierbei stellen eine ganzheitliche Sichtweise auf den Versorgungsprozess und die Verfügbarkeit aller erforderlichen Funktionen am „point of care“ wichtige Herausforderungen dar.
Neuer Partner in 2008 ist die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, die sich mit einem ganztägigen Workshop am 03.09.2008 in den Kongress einbringt und hier gezielt Fragestellungen der Krankenhäuser vertieft. Der "Basisrollout der elektronischen Gesundheitskarte in den Krankenhäusern" sowie die "Vision 2020 - Telematik im Fokus der Krankenhäuser" bilden die Schwerpunktthemen des Workshops.
Das ausführliche Programm des 1. Kongresstages finden Sie in den nachfolgenden Tabellen.
Hier finden Sie das Programm des 2. Kongresstages.
Unser Programmflyer (s. unten) gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über beide Kongresstage.
Die IT-Trends Medizin / Health Telematics richtet sich an alle Akteure des Gesundheitswesens, vom Gesetzgeber über Selbstverwaltung und Industrie bis hin zum Anwender.
Begleitausstellung
Die Begleitausstellung stellt im Veranstaltungskonzept den zentralen Kommunikationsbereich zwischen Fachforen und Kongressprogramm dar. Hier findet die vertiefende Anwender- und Kundeninformation im Anschluss an die Fachvorträge statt. Gleichzeitig dient der Ausstellungsbereich direkt zwischen den Vortragssälen als Treffpunkt bei Kaffee und Mittagessen.
Assindia Systems
B. Braun Melsungen AG
Bitmarck
Celectronic GmbH
Cherry
ComMed
EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH
Fachhochschule Dortmund
gematik
Hypercom
März Internetwork Services AG
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Sagem Monetel
Siemens
T-Systems SFH GmbH
TIP management AG
Unity
VISUS Technology Transfer GmbH
vita-x AG
ZTG GmbH
(Stand: August 2008)
HAUPTSPONSOR 2008
T-Systems AG
UNTERSTÜTZT DURCH
KONGRESS-PARTNER:
Universitätsklinikum Essen - Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE)
eGesundheit.nrw
Medizinische Gesellschaft Essen e.V.
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)
Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.
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