Die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer zogen jetzt im Kreishaus Grevenbroich eine positive Zwischenbilanz. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erinnerte daran, dass Ärztinnen und Ärzte während der Schweinegrippe-Zeit eine individuelle Online-Zugriffsberechtigung zu fachspezifischen Informationen erhalten haben und dieses Angebot intensiv nutzten. Das elektronische Meldeverfahren entspreche „einer konsequenten Fortführung der Internet-Strategie“ des Rhein-Kreises Neuss. „In Zukunft wird das Meldewesen eine weitere Beschleunigung erfahren. Zudem wird die Fallbearbeitung des übermittelten Datensatzes erleichtert“, berichtete Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky.
Das Kreisgesundheitsamt unter Leitung von Dr. Michael Dörr, das Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen (ZTG), die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und der Software-Hersteller Duria eG haben sich unter Führung des zuständigen Landesministeriums an die Weiterentwicklung des Meldewesens bei Infektionskrankheiten gemacht und die erste Pilotphase abgeschlossen.
Beim EHEC-Ausbruch war vielerorts Kritik an Verzögerungen bei der Registrierung der Fälle laut geworden. Hintergrund: Die Meldung von Infektionskrankheiten durch die Ärztinnen und Ärzte, Labore und Krankenhäuser an die Gesundheitsbehörden ist noch weitgehend geprägt von der Nutzung traditioneller Kommunikationswege wie Brief oder Fax. „Auf diese Art und Weise erlangte unser Projekt eine völlig neue Aktualität“, so Dörr. Vor knapp einem Jahr war das ZTG auf das Gesundheitsamt zugegangen, um die Umsetzung des behördlichen Meldewesens vor Ort zu untersuchen und die bereits im Rhein-Kreis Neuss als vorbildlich bekannte Übermittlungsstrategie auf der ausschließlich elektronischen Ebene zu realisieren.
Ziel des Projekts ist es, verschlüsselte Meldungen per Mausklick an die Gesundheitsbehörden zu übermitteln. Als wichtiger Baustein dient ein strukturierter Datensatz, der die notwendigen Informationen aufnehmen und transportieren kann. Außerdem geht es um die Einrichtung eines sicheren Transportwegs, der eine vertrauliche und datenschutzgerechte Übermittlung erlaubt. Nicht zuletzt bedarf es der Integration des Datensatzes in die Computersysteme der Ärzte, Labore und Krankenhäuser, die es möglich macht, eine Information zu versenden, ohne die Meldepflichtigen mit zusätzlichem Aufwand an Zeit und Arbeit zu belasten.
Teilgenommen an der ersten Pilotphase haben das Medizinische Versorgungszentrum Dr. Stein + Kollegen in Mönchengladbach, das Institut für Virologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie das Lukas- und das Johanna-Etienne-Krankenhaus, beide in Neuss.
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