Redakteur :: Beatrix Reiß
Die Teilnehmer der Veranstaltung „Telemedizin in Europa“, die im Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen mit Fokus auf aktuelle europäische Entwicklungen der Telemedizin stattfand, waren sich über die Vorteile des begleitenden Einsatzes von Telemedizin einig. Telemedizin ermöglicht nicht nur eine verbesserte Patientenversorgung sondern kann Impulse für innovative wirtschaftliche Entwicklungen in den Gesundheitssystemen der EU geben. Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) und die ZTG Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen GmbH zeigten sich als Veranstalter zufrieden.
In den Fachvorträgen wurden u.a. die Ziele und Programme der europäischen Kommission vorgestellt. Neben einem Überblick über den weltweiten Einsatz der Telemedizin durch Prof. Dr. jur. Dr. rer. Pol Joachim Häcker (Universität Heidelberg) gab PD Dr. med. Heinrich Körtke (IFAT Institut für angewandte Telemedizin) ein anschauliches Beispiel, wie mit Hilfe von Telemedizin eine optimale Therapiebegleitung von Patienten, die Gerinnungshemmer nehmen (Antikoagulationstherapie), erreicht werden kann. Dieser innovative Service könnte bequem über die Landesgrenzen von Deutschland hinaus zum Einsatz kommen. Mit dem Wunsch, solche positiven Effekte inbesondere für die Gesundheitsversorgung im Land fruchtbar zu machen, ist das erklärte Ziel des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums die flächendeckende Verbreitung telemedizinischer Anwendungen und Services. Dazu stellte der Geschäftsführer der ZTG GmbH, Rainer Beckers, als eine wichtige Maßnahme des Aktionsprogrammes zur Förderung der Telemedizin die Einrichtung einer Modellregion Telemedizin in Ostwestfalen-Lippe vor. Ziel der Modellregion ist es, mit allen am Versorgungsprozess beteiligten Akteuren gemeinsame Lösungen zu finden und ein telemedizinisches Versorgungsnetz aufzubauen. Dazu brauche man vor allem, so betonte Beckers, eine telemedizinfreundliche Versorgungskultur. Der Startschuss für die telemedizinische Vernetzung der Region fällt am 13. August 2009.
Ein abschließendes Highlight des Symposiums war die durch Prof. Dr. Hans-Jochen Brauns (Vorstandsvorsitzender DG Telemed) moderierte Gründung des Landesverbandes NRW der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin. Der Landesverband NRW ist nach Berlin-Brandenburg die zweitstärkste Gruppe in der DGTelemed. Als Mitglieder engagieren sich beispielsweise PHTS Telemedizin, SanaSphere, Fonium Deutschland sowie zahlreiche Mediziner und Unternehmensvertreter aus NRW.
Erklärtes Ziel ist, mit gemeinsamen Kräften die Telemedizin besser voranzutreiben. „Die Telemedizin ist der Innovationsmotor in unserem Gesundheitswesen. Wer dies jetzt erkennt, profitiert schon früh von diesem Entwicklungstrend“, erläutert Beckers die Motivation der ZTG GmbH, die Telemedizin nun auch über den Verband zu befördern. Rainer Beckers (Geschäftsführer ZTG GmbH) wurde gemeinsam mit Armin Gärtner (Bereichsleiter Telemedizin Sana-Medizintechnisches Servicezentrum GmbH) als Sprecher für NRW gewählt.
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Beatrix Reiß
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Die ZTG GmbH ist das neutrale Kompetenzzentrum für Telematik im Gesundheitswesen. Das im November 1999 auf Initiative der NRW-Landesregierung in Public Private Partnership gegründete, bundesweit einzigartige Unternehmen verfolgt das Ziel, durch die flächendeckende Einführung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ins Gesundheitswesen die Behandlungsqualität bei begrenzten Ressourcen zu sichern bzw. zu verbessern, neuen Anwendungen Perspektiven im Gesundheitswesen zu eröffnen, innovative Entwicklungen in der Branche nachhaltig voranzutreiben und diese auf künftige Herausforderungen vorzubereiten. An den Schnittstellen von Politik, Industrie, Selbstverwaltung und Wissenschaft setzt ZTG interoperable Lösungen für eine integrierte Versorgung um, fördert die Standardisierung von Schnittstellen, ist aktiv im Wissenstransfer und wirkt auf eine kontinuierliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Verbreitung von Telematik hin. Das Kompetenzzentrum erstellt Expertisen und Gutachten, prüft IT-Komponenten auf Konformität zu Standards, leistet umfassende Beratung und führt Veranstaltungen durch. Das Unternehmen ist bekannt als erste Adresse für Projektträger, wenn neue Themenkomplexe erschlossen oder in neuartigen Zusammenhängen untersucht werden sollen, um mögliche Potenziale zu identifizieren und freizusetzen. Zur Realisierung ihrer Vision der umfassenden informationstechnologischen Vernetzung des Gesund-heitswesens setzt sich die ZTG GmbH insbesondere dafür ein, die vielfältigen Akteure und Interessen in den Märkten des Gesundheitswesens in Form von Networking und der Anbahnung und Vermittlung von Kontakten zusammenzubringen.
ZTG ist Betreiber der telemedizin24.de: Vom einstigen EU-Förderprojekt und Bestandteil der Initiative eGesundheit.nrw hat die ZTG das Informationsportal telemedizin24.de zur deutschlandweit führenden Anlaufstelle rund um die Telemedizin entwickelt. Die von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin ideell unterstützte Plattform richtet sich an Ärzte und Patienten mit Interesse an neuen Behandlungsoptionen ebenso wie an Dienstleister in der Telemedizin. Als Träger der Plattform garantiert die ZTG GmbH eine herstellerunabhängige und kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten: Das Portal liefert qualifizierte Informationen und Services, hilft bei der Suche nach Schulungsangeboten, Leistungsanbietern und Herstellen und ermöglicht den komfortablen Zugang in die telemedizinische Versorgung.
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